Albanien – La 2CV est partout

Was für eine Überraschung!

An der albanischen Grenze bei Sukobin schaute ich in den Rückspiegel und entdeckte mehrere Enten in der Autoschlange hinter mir. Auf mehr als 3000 km meiner Reise war mir bisher kein Citroen 2CV begegnet. Und jetzt standen an einem winzigen Grenzübergang Albaniens mehrere Exemplare vor dem Schlagbaum an. Der Grenzpolizist tätschelte liebevoll die Motorhaube meiner Acadiane, warf einen kurzen Blick auf den Personalausweis und wünschte einen schönen Aufenthalt in Albanien. So viel Herzlichkeit an der Grenze – ich war begeistert.

Auf einem Seitenstreifen wartete ich auf die Artverwandten meiner Kasten-Ente. Sie gesellten sich bald hinter mich. Es gab eine freudige Begrüßung mit Franzosen aus Toulouse.

Wir gingen im nächsten albanischen Restaurant essen, und ich erfuhr, dass sie eine Europatour unternehmen, die sie nach Mazedonien und auf der Rückfahrt über Italien ins Heimatland führen sollte. Ich schloss mich dem geselligen Trupp an.

Es bereitete mir viel Freude, mit den anderen 2CVs in Kolonne durch das Land zu fahren. Die Menschen am Straßenrand winkten uns zu, die wilden Hunde schauten uns erstaunt hinterher und die Kühe gingen freiwillig von der Fahrbahn, als sie fünf Enten sahen.

In Shkoder bekam ich einen ersten Eindruck vom albanischen Stadtverkehr. Alles sehr gewöhnungsbedürftig. Es wurde auf zweispurigen Straßen mehrspurig gefahren. Das erforderte meine volle Aufmerksamkeit. Darüber hinaus kamen mir auf der rechten Fahrspur Fahrräder und Motorräder entgegen. Am Straßenrand wurden Maiskolben geröstet, Schafe gehäutet und Vieh verkauft.

Da es auf den Abend zuging, nahmen wir den direkten Weg nach Lezhe. Dort gäbe es einen Campingplatz, wusste Alain, der Anführer der Franzosentruppe. Es erwartete uns ein asphaltiertes Gelände mit riesigem Swimmingpool, dessen Wasser bereits grün war. Die Toulouser schlugen ihre Zelte auf, ich schlief in meinem Enten-Bett.

Am nächsten Morgen ging es über die albanischen Landstraßen in Kolonnenfahrt nach Tirana. In den Straßen der albanischen Hauptstadt erwartete uns ein Chaos. Moderne Limousinen, Pferdefuhrwerke und Mopeds konkurrierten um ein Fortkommen. Dazu gesellten sich wilde Hunde, die sogar auf der Fahrbahn schliefen, und Straßenhändler, die an die Autoscheiben klopften.

Die Franzosen flüchteten, ich blieb in der Millionenstadt.

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